Der nachfolgende Artikel befasst sich ausschließlich mit den Funktionalitäten des OziExplorerCE zur Navigation. Die grundsätzliche Kenntnis der Software und ihrer Funktionsweise wird vorausgesetzt. Wem diese Kenntnisse fehlen, sollte zunächst den Einstieg über das Hilfe-Menü des Programms und/oder die Homepage (OziExplorerCE -> Getting started) des Anbieters wählen. Sehr zu empfehlen ist auch die ausführliche Anleitung von "fermoll". Wie Sie an eine geeignete Karte gelangen, ist in der Seite OpenStreetMap & OziExplorer zu erfahren.
Der OziExplorerCE ist auf einem geeigneten Gerät installiert? GPS-Signale werden empfangen? Und die benötigte Landkarte ist erfolgreich implementiert? Dann kann es ja los gehen, wir testen unser Navigaktionspaket in der Praxis! Zu Beginn überprüft man häufig zunächst den eigenen Standpunkt in der Karte. Ist die Karte korrekt kalibriert, sollte es hier keine Abweichungen geben. Ausnahmen sind in der Regel auf schlechten GPS-Empfang zurückzuführen, z.B. in Gebäuden oder in engen innerstädtischen Straßen. Diese Tests sind trivial und werden schnell langweilig. Sobald dies der Fall ist, sollte man sich den eigentlichen Navigationsfunktionen der Software zuwenden.
Der OziExplorer bietet drei Elemente für die praktische Navigation an - Wegpunkte, Tracks und Routen. Grundsätzlich gilt, das alle Elemente in eigenen Layern oberhalb der Karte liegen, d.h. die Landkarte selbst wird durch das Einfügen von Navigationselementen nicht verändert. Wegpunkte, Tracks und Routen lassen sich deshalb auch jederzeit problemlos wieder löschen.

Wegpunkte werden manuell in die Karte eingetragen, z.B. um vor der Tour Bezugspunkte für die Navigation zu setzen oder um während der Tour interessante Orte, an denen man sich gerade befindet, zu vermerken. Das Einfügen, Bearbeiten und Löschen erfolgt über die entsprechende Schalterleise (Menü: View -> Schalterleisten -> Wegpunkt-Schalterleiste).
OziExplorer stellt folgende nützliche Hilfsmittel über die Listenansicht für Wegpunkte zur Verfügung:
Zeige Wegpunkt in Karte: Um in einer großen Karte direkt einen bestimmten Wegpunkt anzuzeigen, wählt man in der Liste den entsprechenden Wegpunkt und betätigt anschließend den Button Map.
Navigiere zu Wegpunkt: Um zwischen dem jeweils aktuellen (GPS-)Standpunkt und einem bestimmten Wegpunkt eine gerade Verbindungslinie herzustellen, wählt man in der Liste den entsprechenden Wegpunkt und betätigt anschließend den Button GoTo.
Die Listenansicht der Wegpunkte könnte den Eindruck vermitteln, als gehörten diese irgendwie zusammen. Dem ist aber definitiv nicht so, jeder Wegpunkt steht für sich. Zur Abbildung von Strecken eignen sich Wegpunkte allein deshalb nicht, erst in Verbindung mit Routen gelingt dies.
Alle aktuell bestehenden Wegpunkte werden von OziExplorerCE in die Datei ceWaypoints.wpb im Verzeichnis Data geschrieben. Man kann den jeweiligen Bestand aber auch in eine andere Datei exportieren. So lässt sich ein statischer Bestand an Wegpunkten jederzeit wieder einblenden.

Routen werden manuell und in der Regel vor einer Tour im OziExplorer angelegt. Unterwegs können diese dann einfach eingeblendet werden oder es lässt sich alternativ eine einfache Routing-Funktionalität im OziExplorer nutzen. Routen bestehen aus (Weg-/Routen-)Punkten, die miteinander verbunden sind.
Das Einfügen, Bearbeiten und Löschen erfolgt über die entsprechende Schalterleise (Menü: View -> Schalterleisten -> Routen-Schalterleiste). Durch Aktivierung des ersten Buttons in der Schalterleiste (WP am Ende hinzufügen) lassen sich neue Routenpunkte eintragen. Dazu klickt man kurz an der betreffenden Stelle in die Karte, die Route wird bis zu diesem Punkt verlängert bzw. startet hier (falls erster Punkt der Route). Drückt der Stylus zu lange auf die Karte, entsteht statt des Routen- ein einfacher Wegpunkt. Der zweite Button in der Schalterleiste (WP in Route einfügen) ermöglicht an beliebiger Stelle einer bestehenden Route neue Punkte hinzuzufügen. Auch hier gilt es, jeweils nur kurz in die Karte zu klicken.
Alternativ können bestehende Wegpunkte in eine Route integriert werden, dies geschieht über das Kontextmenü des Wegpunkts (zur Route hinzufügen).
Routen sind ein interessantes Feature des OziExplorer, insbesondere wenn man die Routing-Funktionalitäten des Programms nutzen möchte. Doch häufiger trifft man in der Praxis auf Tracks, da diese nicht mühsam von Hand angelegt werden müssen, sondern sich automatisch vom OziExplorer erzeugen lassen.
Jede erzeugte Route kann in eine eigene Datei exportiert (*.rt2) und bei Bedarf in den OziExplorer geladen werden. Die PC-Version des OziExplorer erzeugt übrigens ein anderes Format, welches aber für den mobilen Ableger lesbar ist.

Tracks können manuell vor einer Tour angelegt werden, meistens sind sie aber das Ergebnis von Outdoor-Aktivitäten, bei denen sie automatisch vom OziExplorer erzeugt wurden. Auch ohne konkreten "Auftrag" trackt OziExplorer im Moving Map-Modus (d.h. bei aktiviertem GPS-Empfang) die jeweilige Position. Die jüngsten Messungen finden sich im sogenannten "Track-Ende" (Track Tail). Wie viele Einträge das sind und in welchen Abständen sie gemacht werden, können Sie anpassen (Menü: File -> Einstellungen -> Tracks). Im benachbarten Punkt Grund Einstellung wird festgelegt, ob die Track Tail-Funktionalität überhaupt genutzt wird. Der Standard sowie die empfohlene Einstellung ist "aktiv". Das Track-Ende wird in der Binärdatei ceTrackTail.trb im Ordner Data gespeichert.
Im Moving Map-Betrieb kann unabhängig vom Track Tail jederzeit mit der Aufzeichnung eines eigenen Tracks begonnen werden (Menü: File -> Trackaufzeichnung -> speichere Track in Datei). Das Tracking endet mit dem Deaktivieren der genannten Menüoption oder dem Ende des Moving Map-Modus, d.h. mit dem Abschalten des GPS-Empfangs. Die ermittelten Daten werden im Ordner Data in die Datei ceTrack.plt geschrieben und können bei Bedarf exportiert werden (Menü: File -> Trackaufzeichnung -> kopiert Track-Log-Datei).
OziExplorer kann bis zu 5 verschiedene Tracks plus das Track-Ende verwalten bzw. anzeigen. Erstellen Sie im Moving Map-Modus zusätzlich zum Track-Ende einen Track, wird dieser immer als Track Nr. 1 gespeichert. Über den ersten Button in der Track-Schalterleiste können die 5 Tracks aufgerufen werden. Den jeweils aktiven Track erkennt man in der Karte daran, dass die Punkte, aus denen er besteht, als weiße Kreise sichtbar sind. Eine weiße Zahl in der Schalterleiste bedeutet, dass der betreffende Track mit Inhalt gefüllt ist, eine schwarze Zahl steht für einen leeren Track.
Der Muster-Track in der Grafik dokumentiert anhand der weißen Kreise, dass geografische Koordinaten sehr ungleichmäßig verteilt und teilweise sehr dicht erfasst werden. Das liegt am Tracking-Mechanismus vom OziExplorer. Im Moving Map-Modus wird der gerade aufgezeichnete Track immer dann um einen Koordinatenpunkt erweitert, sobald eine der drei folgenden Bedingungen erfüllt ist:
Bei Trackaufzeichnungen über größere Strecken ist deshalb zu empfehlen, sich mit einer möglichst konstanten Geschwindigkeit zu bewegen, da ansonsten auch auf kurzen Wegen schnell zahlreiche Trackpunkte erfasst werden können. OziExplorer begrenzt für alle 5 geladenenen Tracks zusammen aber die Aufzeichnung auf maximal 20.000 Trackpunkte.
Wer den OziExplorer nutzen möchte, um Geodaten für das OpenStreetMap-Projekt zu sammeln, nutzt dazu das Track-Format. Die plt-Dateien lassen sich automatisiert in das von OSM benötigte gpx-Format portieren, entweder mit dem OziExplorerPC, einem speziellem Konverter-Programm wie z.B. GPSBabel oder mit Hilfe meiner kleinen Online-Applikation geodata2gpx.
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Ich bin immer noch auf der Suche nach einer geeigneten Routing-Lösung für das Rennrad. Taugt Ozi Explorer für so etwas?
Razor
Hi Razor, in technischer Hinsicht denke ich: ja. Allerdings bin ich grundsätzlich skeptisch, was den Einsatz von GPS-Empfängern unter Rennrad-Bedingungen betrifft. Beim Fahren in einer Gruppe unter hohem Tempo habe ich meine Augen auf der Straße bzw. auf dem Vordermann. Alles andere wird schnell gefährlich. Allenfalls wenn wir uns mal verfahren haben hole ich den Ozi hervor.