Einer der Hauptgründe für den Erwerb meines Asus Eee 701 war der Wunsch, das Thema "Navigation unter Linux" ausprobieren zu können. Nachdem ich mich in den vergangenen Jahren wiederholt über die mangelhafte Update- und somit Zukunftsfähigkeit proprietärer Systeme geärgert hatte, wollte ich nun einmal ein "offenes" System erkunden. Folgende Anforderungen sollte es erfüllen:
Diese Vorgaben erfüllt m.E. unter den verschiedenen Linux-Projekten nur eine Anwendung: navit.
navit lässt sich seit der Ubuntu-Version Gutsy Gibbon (7.10) über die Synaptic Paketverwaltung von Ubuntu installieren. Hierzu ist in /etc/apt/sources.list ein entsprechender Eintrag aufzunehmen, wobei gegebenenfalls der Ubuntu-Versionsname "intrepid" an die verwendete Version anzupassen ist:
deb http://navit.latouche.info/ubuntu intrepid main
navit komt mit verschiedenen Kartenquellen zurecht. Ich selber nutze das Programm gegenwärtig mit Kartenmaterial von OpenStreetMap. Vor der Verwendung in navit müssen die OSM-Karten in ein anderes Format transferiert werden. Wem dieses (wie mir) zu lästig ist, kann fertige OSM-Karten europäischer Länder auch direkt vom navit-Server herunterladen:
http://maps.navit-project.org/api/map/
Die Deutschland-Karte hat inzwischen (Nov. 2009) eine Größe von über 400 MB erreicht, vor nicht allzulanger Zeit lag die Größe unterhalb 50 MB. Diese Zunahme ist nicht allein auf den zunehmenden Abdeckungsgrad des Straßennetzes zurückzuführen. In der Detailansicht der Karte finden sich zunehmend auch Einträge von Ampeln, Tankstellen, Geldautomaten, Kirchen, Kneipen & Gaststätten etc.
Als neuestes Gimmick kann man sich unter der folgenden Adresse über eine Kartenapplikation ein beliebiges Kartensegment herunterladen:
http://maps.navit-project.org/download/
Die heruntergeladene Kartendatei wird an geeigneter Stelle auf dem für die Navigation genutzten Rechner abgelegt und der zugehörige Eintrag in der Datei navit.xml entsprechend angepasst. Siehe dazu den nächsten Abschnitt dieses Textes.
Die zentrale Konfigurationsdatei von navit findet sich hier:
/usr/share/navit/navit.xml
Diese Datei kopiert man in sein Home entsprechend des folgenden Musters:
/home/MeinHome/.navit/navit.xml
Dort gibt es bei der Bearbeitung keine Probleme mit den Dateirechten und außerdem wird diese Datei bei navit-Updates nicht automatisch überschrieben! Navit sucht beim Start automatisch im entsprechenden Verzeichnis nach der XML-Datei.
Da sich navit formal noch in einer frühen Entwicklungsversion befindet (0.1.0!), ändern die beteiligten Programmierer gerne mal den Aufbau der XML-Datei ohne explizit darauf hinzuweisen. Wenn nach einem Update navit nicht mehr funktioniert, liegt es deshalb häufig an der geänderten XML-Struktur. Dann kann man nur die neue Datei übernehmen und darin die benötigten Anpassungen (s.u.) vornehmen. Es ist deshalb hilfreich, die eigenen Änderungen an der XML-Datei gesondert zu dokumentieren.
Als erstes passen wir die Einstellung für die verwendete Karte an:
<mapset enabled="yes">
<map type="binfile" enabled="yes" data="/mein/verzeichnis/germany-20080118.bin"/>
</mapset>
Dann aktivieren wir - sofern vorhanden (s.u.) - die GPS-Anbindung:
<vehicle name="Leider kein Porsche" enabled="yes" active="1" source="gpsd://localhost" gpsd_query="w+xj" color="#0000ff"/>
Das Attribut gpsd_query="w+xj" (in älteren Versionen: w+xjr+) darf nicht vergessen werden, dadurch wird gpsd initialisiert.
Falls man navit auch mal ohne GPS-Anbindung nutzen möchte, empfiehlt sich die Angabe einer Heimatposition:
<navit center="5157 N 0738 E" zoom="256" tracking="1" cursor="1" orientation="0" refresh="1">
Ich verwende an meinen Eee 701 mit Ubuntu Linux die Holux GR 213 GPS-Maus. Diese funktioniert unter Linux "Out-of-the-box". Sie muss lediglich vor dem Start von navit mit dem nachfolgend genannten Befehl aktiviert werden. Der Verzeichnis-Pfad ("/dev/ttyUSB0") hängt natürlich davon ab, wie die GPS-Maus angeschlossen ist. Für USB-Mäuse dürfte diese Einstellung aber in der Regel korrekt sein:
Befehlssequenz für Ubuntu 7.10 (Gutsy):
gpsd -p /dev/ttyUSB0
Befehlssequenz seit Ubuntu 8.04 (Hardy):
gpsd /dev/ttyUSB0
Damit ich das nicht immer von Hand eingeben muss, habe ich eine Startdatei erstellt, die auf dem Desktop liegt und folgenden Code enthält:
#!/bin/sh
gpsd /dev/ttyUSB0
# Alternativ unter Ubuntu 7.10:
# gpsd -p /dev/ttyUSB0
navit
So lässt sich mittels Doppelklick navit bequem starten - die Datei muss natürlich ausführbar sein.
Hinweis: Nach dem OS-Upgrade von Ubuntu 7.10 auf 8.04 gibt es wie oben gezeigt eine Änderung bezüglich gpsd: Seit der Version 2.35-1 von gpsd entfällt der Parameter "-p". Vielen Dank an Carsten (s. Kommentar unten), der mich darauf aufmerksam gemacht hat.
Gibt es Probleme mit Navit und GPS? Dann sollte man erst einmal testen, ob der GPS-Empfang überhaupt funktioniert. Auf der Konsole gpsd wie oben beschrieben starten und anschließend xgps (ist im Linux-Paket "gpsd-clients" enthalten).
Für die Sprachausgabe verwende ich espeak. Eigentlich ist für diese Aufgabe speech-dispatcher vorgesehen, doch wegen eines offenen "Bugs" (d.h. Fehlers) in der Software wird inzwischen allgemein der Einsatz von espeak empfohlen. Espeak ist in der Regel bereits installiert. Falls nicht, ist das gleichnamige Paket in der Paketverwaltung nachzuinstallieren.
In der Datei navit.xml muss nun noch die Zeile:
<speech type="cmdline" data="echo 'Fix the speech tag in navit.xml to let navit say:' '%s'" />
geändert werden in:
<speech type="cmdline" data="espeak -v de '%s'" />
Danach werden die Anweisungen von navit mit synthetischer deutscher Stimme ausgegeben.
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Lieber Herr Losehand,wir müssen präziser werden in der Diskussion, wenn das irgend wo hin führen soll. Wenn Sie meinen Beitrag genau lesen, dann steht da ja gerade NICHT drin, dass OA ein Rezept gegen die Zeitschriftenkrise ist. Das Zweitveröffentlichungsrecht wird mit der Zeitschriftenkrise begründet. Und gegen diese kann es überhaupt nichts bewirken. Es kann nur zur Durchsetzung von OA beitragen.Ohne Zweifel bietet die Digitalisierung ungeheure Möglichkeiten für eine Informationsinfrastruktur. Alleine es ist ein typischer Fehler, die Machbarkeit des Möglichen mit der Notwendigkeit zu verwechseln. Das passiert immer dann, wenn sich jemand so sehr in eine Idee verliebt, dass er nicht mehr wahr nimmt, dass sie gar nicht gebraucht wird.Genau das passiert Ihnen. Sie sind sogar soweit von Ihrer Idee überzeugt, dass Sie schon von einer “natürlichen Ordnung” sprechen, die aus dem Gleichgewicht geraten sei (was natürlich die Grundlage für staatliches Eingreifen ist). SIe behaupten, die Verlage schreiben den Lesern vor, wie sie kommunizieren sollen. Das ist Nonsens. In Ihrer Phantasie sind Verleger von bettelnden und klagenden wissenschaftlichen Autoren umgeben, die darum flehen, dass sie ein Zweitveröffentlichungsrecht bekommen, dass sie ihre Artikel auf Uni-Server legen dürfen oder sie kostenlos ins Netz stellen und verbreiten können.Das ist eine Vision, die mit der Realität nichts zu tun hat. Die Zahl der Autoren, die ein Zweitveröffentlichungsrecht erbitten ist im Promille-Bereich. Genau so wie der Anteil der Studenten, die digitale Lehrmittel wünschen und nutzen eine Minderheit ist. Das Angebot an digitalen Medien überschreitet bei weitem die Nachfrage. Und die Autoren treibt in ihren Briefen vornehmlich die Frage um, wie ihre Inhalte vor illegaler Verbreitung geschützt werden und viel weniger, wie sie ihre Inhalte aus den Klauen des raffgierigen Verlegers befreien können.Bei der Verwirklichung Ihres Traums einer perfekten Informationsinfrastruktur stehen Ihnen nicht die Verleger im Weg, sondern die Autoren selbst. Und dagegen richtet sich in meinen Augen Herr ReuÃ, wenn er darauf hinweist, dass das Zweitveröffentlichungsrecht nichts anderes ist als eine Einschränkung der Vertragsfreiheit der Autoren. Den Initiatoren geht es gar nicht darum, den Autoren irgend eine Freiheit zu verschaffen, sondern man will sich über einen §38 den Zugriff auf die Werke verschaffen, die die Autoren freiwillig nicht hergeben wollen.Ich kann nur von meinen Autoren berichten, so wie jeder Verleger das kann. Aber bei mir sind das rund 5.000 und da bin ich ein kleiner Verlag. Wenn wir Verleger behaupten, dass wir wissen, was unsere Autoren wollen, dann steht diese Behauptung schon auf einem ernstzunehmenden Fundament. Und wenn wir nicht das täten, was unsere Autoren wollen, dann gäbe es uns nicht mehr.
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Habe versucht, es am AspireOne einzurichten (Ububtu 10.04). Ich habe eine Jentro-GPS-Maus, die per Bluetooth an den Rechner sendet. Wie richte ich das ein?
Gruß
Rainer
Etwas verspätet: Nachdem ich ein Android-Smartphone habe, nutze ich Navit praktisch nur noch auf dem Smartphone: Deutlich einfacher zu konfigurieren & betreiben. So sollte die Einrichtung auch unter Linux laufen...
Moin, hab eben die Android-Seite gelesen, sehr intressant!!! Ist dass besser als auf dem Net-Book? Bin mit meiner Version nähmlich auch nicht zufrieden!!!
Leider fehlt mir im Moment der direkte Vergleich mit der aktuellen Linux-Version. Wg. Ressourcen-Problemen ist auf meinem Eee 701 kein sinnvoller Betrieb der aktuellen Ubuntu-Version und somit auch von Navit möglich. Aber völlig unabhängig von der Perfomance - allein die Tatsache, dass man sich unter Android nicht um die Implementierung des GPS-Empfängers und der Voice-Funktionalität kümmern muss, rechtfertigt m.E. einen Wechsel. Das Gesamtpaket eignet sich offenkundig auch für Nicht-Frickler.
ich bin wohl nicht in der lage, die navit.xml zu finden. unter dem angegebenen Ordner ist sie jedenfalls nicht. Nutze ubuntu hardy
In der Zeile über der
<!-- Mapset template for openstreetmaps -->
steht was von sample Map...das scheint standardmässig auf YES gestellt zu sein,muss aber in NO geändert werden damit die OSM Karte angezeigt werden kann..
MfG
da ist leider was nicht angezeigt worden...
Also es geht um die Stellen über dem Karteneintrag...da muss NO eingetragen werden
Danke für den Hinweis, hab den unsichtbaren Kommentar eingeblendet. Ich schau mir die Konfigurationsdatei heute abend an.
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@Steve: Ich hab den gpsd-Eintrag einfach so wie in der Anleitung gemacht. Was Deine Eintragsart für einen Unterschied darstellt, weiss ich nicht...
Was meinst Du mit Designproblemen?
Die Bearbeitung der navit.xml über ein User Interface kann ich mir in der Praxis schwer vorstellen, da hier doch sehr unterschiedliche Einträge gemacht werden können. Die Konfig-Dateien unter "/etc/" ist halt Linux-Style...;-)
Habs mit nem Acer One und Mandriva. probiert. Geht ganz gut.
Muß vor espeak noch aoss setzen, sonst klappt die Ausgabe nicht.
Also <speech type="cmdline" data="aoss espeak -v de '%s'" />
Frage noch zum gpsd. Welchen Vorteil hat das gegenüber dem direkten Eintrag der GPS-Maus?
Also ich hab eingetragen: source="file:/dev/ttyUSB0"
Mit dem Design klappt es noch nicht. Jemand Tips? Was noch fehlt wäre im Navit die Möglichkeit die XML Datei zu bearbeiten, so dass man nicht selbst in dem File ändern muß.
@Thomas: Ich habe mit Navit unter Windows leider keine eigenen Erfahrungen. Die im Navit-Wiki vorhandene Anleitung für Windows scheint mir allerdings nicht sehr attraktiv zu sein...
Gibt es so eine Anleitung auch für Windows ?
@Karsten, die 2.: Da fehlten in der ersten Antwort von mir doch relevante Infos. Hier sind die nun: Die libvehicle_gpsd.so sollte vorhanden sein, sonst käme die Fehlermeldung nicht zustande. Es geht um die Datei libgps.so.17, die bei mir unter '/usr/lib' liegt. In der (Synaptic-)Paketverwaltung wird das Paket "lipgps17" entsprechend als installiert angezeigt. Das Paket musst Du ggfs. nachinstallieren.