XP ade, hallo Lubuntu

799px-Lubuntu_logo.svgEigentlich wollte ich nichts mehr zum Thema Linux auf dem Desktop schreiben. Es gibt seit Jahren stabil funktionierende Angebote und im Web finden sich zahlreiche Berichte über Einrichtung und Betrieb der verschiedenen Linux-Distributionen. So weit so gut. Doch mit dem Auslaufen des Update-Supports für Windows XP stellte sich auch in unserem Haushalt die Frage nach einer geeigneten Alternative. Auf einem Desktop-PC und einem Notebook lief bis Ende März Microsofts Oldie-Betriebssystem. Die Rechner sind zwar mit der Zeit unter dem historisch gewachsenen XP immer langsamer geworden, doch die Hardware funktioniert nach wie vor tadellos. Ein neues Betriebssystem muss also her und hier landet man mangels weiterer Alternativen schnell bei Linux.

Angesichts eigener Erfahrungswerte und dokumentierter Marktanteile entschieden wir uns schnell für Ubuntu und zwar in der ressourcenschonenden Lubuntu-Version. Eine nachvollziehbare Entscheidung, da beide Rechner jeweils über lediglich 1 GB RAM verfügen. Die Lubuntu-Installationsdatei (ISO-Format) passt auf eine einfache CD, nach dem Start lässt sich entscheiden, ob man das OS erst von CD testen will (was sehr zu empfehlen ist) oder ob dieses direkt installiert werden soll. Der Installationsvorgang ist auch für Laien nachvollziehbar, bei Auswahlentscheidungen empfiehlt sich im Zweifelsfall der vorgeschlagene Standardwert. Nach erfolgter Installation stand die gesamte Hardware-Ausstattung von Acer-Notebook und Asus-PC zur Verfügung, Sorgen wegen fehlender Hardware-Treiber muss man sich scheinbar nur noch in seltenen Fällen machen.

Da beide PC bislang vor allem für typische Standards genutzt wurden, fällt der Umstieg auf Applikationsebene recht leicht:

  • Mit Thunderbird und Firefox stehen für das Internet die auch zuvor genutzten Programme zur Verfügung.
  • Microsoft Office wird durch das funktionell grundsätzlich identische LibreOffice ersetzt. Wem Microsofts Ribbon nicht gepasst hat, kann vom Wechsel durchaus profitieren.
  • Anstelle von Photoshop kommt Gimp zum Einsatz. Wer die Funktionalitäten von Photoshop bislang nicht ausgereizt hat, sollte relativ leicht in die Applikation hineinfinden.
  • Den Windows Media Player vermisst man nach den ersten Erfahrungen mit den Linux-eigenen Mediaplayern für Video (MPlayer) und Audio (Audacious) nicht. Zumal die zur Verfügung stehenden Videoplayer deutlich ressourcenfreundlicher als Microsofts Eigengewächs agieren.

Weitere benötigte Programme stehen entweder direkt zur Verfügung (Scanner, PDF-Reader, CD-Brenner etc.) oder lassen sich aus dem Lubuntu-Repository bei Bedarf problemlos nachinstallieren. Lediglich bei einem aktuellen Thema vermag Linux noch nicht ganz zu überzeugen – der Implementierung von externen Cloud-Speicherdiensten. Dies gilt um so mehr, als Ubuntu zum 1. Juni 2014 sein eigenes Angebot Ubuntu One einstellt! Für Dropbox gibt es aktuell nur in Verbindung mit dem unter Lubuntu nicht benötigten Nautilus eine Lösung, die sich zudem als etwas instabil erweist. Besser sieht es dagegen für Google Drive aus, welches mittels der aus externer Quelle stammenden Grive Tools genutzt werden kann. Unter dem Strich besteht an dieser Stelle noch Handlungsbedarf!

Zwischenfazit nach gut einem Monat praktischer Erfahrung: Lubuntu hat sich bei Standardaufgaben als vollwertiger XP-Ersatz bewährt. Der grafisch nüchtern gehaltene Desktop ist für Windows-Umsteiger zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, doch dankt dies der PC mit erheblichem Leistungszugewinn bei gleichbleibender Hardware. Wer nach dem Auslaufen des XP-Supports einen geeigneten Ersatz für seinen nicht mehr ganz taufrischen Computer sucht, sollte Lubuntu zumindest von der CD aus einmal antesten!
Abschließend noch eine Selbstverständlichkeit: Erst alle relevanten Dateien aus dem Altsystem auf einen externen Speicher sichern, bevor das neues Betriebssystem aufgespielt wird!

4 Stimmen

Ein Gedanke zu „XP ade, hallo Lubuntu“

  1. Dem kann ich mich nur anschließen. Wir haben unseren alten Windoof-XP-PC auf Lubuntu umgestellt und ich ärgere mich das nicht früher gemacht zu haben!!! Sorgen habe ich mir vor allem wegen dem Abpspielen von Videos gemacht – grundlos. Ich habe inzwischen den VLC-Player installiert, der hat bisher keine Zicken gemacht. Beim Mplayer hatten wir manchmal bei mp4 Probleme mit der Tonbildsynchronität.

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